Verletzungen und Unfälle in der Freizeit - beim Fussballspiel

Fussballerinnen und Fussballer leben ihr Spiel mit Leidenschaft, Disziplin und Teamgeist. Fussball verbindet Menschen, setzt Adrenalin und Emotionen frei und baut Brücken über Kulturgrenzen. Die hier gelebten Werte kommen auch dem Betrieb zugute. Aber darf man im Unternehmen die hohe Verletzungshäufigkeit und die entstehenden Ausfälle im Fussball (oder anderen Sportarten) thematisieren? Dürfen Betriebe die Betroffenen gar dazu anhalten, dass sie sich um die Prävention auch Gedanken machen, um weitere Verletzungen zu verhindern? Ja, sie dürfen!

Aktive, sportliche Mitarbeitende sind fit und leistungsfähig und weisen in der Regel weniger Absenztage auf. Fussballerinnen und Fussballer können aber zur Herausforderung für Arbeitsteams und Betriebe werden. Das zeigen die Fakten: 

  • 10'000 Freizeitunfälle pro Jahr in der Elektrobranche
  • Gut 2000 davon beim Fussball
  • 22 Ausfalltage pro Fussballunfall
  • 30'000 total Ausfalltage durch Verletzungen im Fussball
  • CHF 3500.- Versicherungskosten pro Fussballunfall (Heilkosten, Taggeld etc.)
    • Ein Mehrfaches davon fallen an betrieblichen Kosten an (Lohn für Karenztage, 20% Anteil Lohnersatz, Administration, Ersatzmitarbeiter, Auftragsverzögerungen, Stress im Team)

Bewusstsein schaffen ohne Drohfinger

Betriebe sind nicht verpflichtet, sich um die Prävention von Freizeitunfällen zu kümmern. Die Fakten über die Fussballverletzungen weisen aber darauf hin, dass es sich hier nicht nur um ein privates, sondern auch ein unternehmerisches Anliegen handelt. Präventionsmaßnahmen gegen Freizeitunfälle leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit der Beschäftigten und sie sparen betriebliche Kosten und Aufwände.

Die Folgen von Unfällen und Verletzungen sind für die Betroffenen, Ihre Angehörigen aber auch für das Fussballteam gravierend. Im Betrieb stellen sie aber auch eine Herausforderung für die Organisation und die Kolleginnen und Kollegen dar. Wie eine Geschäftsführerin meint: «Wir begrüssen es sehr, dass unsere Mitarbeitenden ihre Freizeit aktiv gestalten und Sport treiben. Mit unseren Initiativen zur Freizeitsicherheit wollen wir eine Win-Win Situation schaffen. Denn jeder Unfall, ob in Beruf oder Freizeit, birgt schmerzliche Folgen für die Betroffenen aber auch Aufwände und Kosten für unser Unternehmen. Beides zu verhindern ist unser Ziel. Dabei geht es um die Sensibilisierung und Befähigung unserer Mitarbeitenden für die Prävention. Es geht nicht darum, Verbote auszusprechen, Schuldige zu suchen und in die Freizeit der Mitarbeitenden hineinzureden.»

Prävention: Win-Win für Unternehmen und Mitarbeitende 

Arbeitgebende sensibilisieren «ihre» Fussballer*innen für ein sicheres Verhalten:

  • Führen sie mit Ihren «Fussballer*innen» den «Fairplay-Check» durch. 
    Der Check zeigt den Fairplay-Typ auf. Zugleich motiviert der Check zur Reflexion des eigenen Verhaltens auf dem Rasen. Denn wer fair spielt, schützt sich selbst und alle anderen, damit am Schluss alle gewinnen.

    Der Fairplay-Check kann auch als Teil der 3 Fairplay-Aktionen nachhaltig umgesetzt werden.
     
  • Machen Sie auf die 5 wichtigsten Tipps zur Unfallprävention im Fussball aufmerksam:
  • Sich vor dem Match und Training immer gut aufwärmen.
  • Fussballschuhe und Schienbeinschoner mit Knöchelschutz sind ein Muss.
  • Fussballschuhe nach Art der Spielunterlage auswählen.
  • Fair spielen und sich an die Fussballregeln halten.
  • Brille beim Fussballspiel durch Kontaktlinsen oder eine Sportbrille ersetzen.
     
  • Verletzungen aufgrund von (hartem) Körperkontakt spielen eine wichtige Rolle im Fussball. Diskutieren Sie mit den Mitarbeitenden über die Haupteinflussfaktoren von Verletzungen im Zusammenhang zum Körperkontakt:
    • Härte/Körperkontakt als «part of the game» (Umgang mit Emotionen)
    • Regeln und deren Einhaltung (sind die Spielregeln bekannt?)
    • Fitness der Spieler/-innen bzw. Mitarbeitenden
    • Motivation, Absicht im Spiel (Gewinnen oder Spielgenuss im Zentrum?) 
    • Spielleitung, Schiedsrichter/-innen
    • Schutzausrüstung 
       
  • Sind Ihre Mitarbeitenden fit für den Sport?  Testen Sie die körperliche Fitness mit Ihren Mitarbeitenden.
     
  • Und wenn sich Mitarbeitende dennoch verletzt haben hilft folgender Hinweis: Besondere Vorsicht nach der Verletzung:
    • Fussgelenksverletzungen
    • Kniegelenksverletzungen
    • Hirnerschütterungen
       
  • Machen Sie ihre sportlichen Mitarbeitenden auch auf «Gefährliche Sportarten und Wagnisse» aufmerksam: Wann bin ich versichert?

Fussballer*innen im Betrieb, ein Gewinn. Prävention macht Sinn!

Die Reduktion von Verletzungen im Fussball liegt im Interesse aller Beteiligten. Prävention schützt die Gesundheit der Mitarbeitenden, reduziert Ausfalltage und minimiert die finanziellen Lasten für Ihr Unternehmen. Mit wirkungsvollen Maßnahmen und gezieltem Engagement können Betriebe einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Anzahl der Unfälle zu senken und ein Bewusstsein für ein sicheres Fussballspiel zu schaffen. Helfen wir gemeinsam, die Fussballsaison für ihre Mitarbeitenden und das Unternehmen sicherer zu machen! 

Kontakt

Urs Näpflin

Suva Projektleiter Verbands- und Absenzenmanagement

urs.naepflin@suva.ch 

Raphael Ammann

Suva Produktmanager Prävention

raphael.ammann@suva.ch